Bundesweite Studie: Wie erleben Jugendliche die Corona-Krise?

Ein Forschungsteam aus Hildesheim und Frankfurt befragt die Jugendlichen zum Beispiel, ob es in ihrem Zuhause aktuell immer jemanden gibt, der sich um sie kümmert, ob sie sich in ihrem Zuhause sicher fühlen und ob sie sich seit der Corona-Pandemie größere Sorgen machen. Außerdem fragt das Forschungsteam zum Beispiel, mit wie vielen jungen Menschen der befragte Jugendliche derzeit in Kontakt steht und wie Jugendliche seit der Corona-Pandemie Kontakt halten – etwa über das Telefon, Sprachnachrichten, Videochats oder gemeinsamen Sport.

Andere Fragen betreffen die freie Zeit: Wie zufrieden sind Jugendliche seit Corona damit, wie sie ihre Zeit verbringen? Und was machen sie in dieser Zeit – Lernen und üben, auf Geschwister aufpassen, im Haushalt helfen, sich langweilen, Nichts-tun oder ausruhen, Zeit mit der Familie verbinrigen, Computerspiele spielen oder zum Beispiel Sport treiben? Mit wem sprechen Jugendliche über ihre Sorgen?

An der Studie teilnehmen können Jugendliche ab 15 Jahren.

Dies ist der Link zur Online-Befragung: www.soscisurvey.de/jugend_corona/

Die Online-Befragung startete am 15.04.2020 und endet voraussichtlich am 13.05.2020. Die Anonymität der Teilnehmenden ist gewährleistet. Die Befragung dauert etwa 12 Minuten.

Expert*innenworkshop zu Care Leaver an Hochschulen

Ein kurzer Bericht für euch von unserer Veranstaltung!

Am 13. und 14. Februar 2020 fand an der Universität Hildesheim ein Expert*innenworkshop des Projektes CareHOPe zum Thema Care Leaver an Hochschulen statt. Der Workshop diente zum fachlichen Austausch zwischen Fachkräften aus der Kinder- und Jugendhilfe, aus der Studienberatung, den BAföG-Ämtern, den Studentenwerken, Beratungsstellen, Stiftungen und Wissenschaftler*innen der Universität Hildesheim.

Die Veranstaltung startete mit einem Input von Professor Dr. Wrase zum Thema Recht auf Hochschulbildung und einen Beitrag von Dr. Severine Thomas zu den Kernherausforderungen für Care Leaver. Anschließend führte Dr. Katharina Mangold in das Thema Care Leaver an Hochschulen ein und gab einen kurzen Einblick in die Arbeit des Projektes „CareHOPe – Care Leaver an Hochschulen Online Peerberatung“. Auf Grundlage dessen wurde dann in den beiden Tagen diskutiert, wie die Unterstützungsmöglichkeiten für Care Leaver an Hochschulen verbessert und der Zugang zum tertiären Bildungssektor für mehr jungen Menschen ermöglichen werden kann. Dabei wurden vor allem drei Teilbereiche intensiver diskutiert: die Studienfinanzierung, die Unterstützungs- und Vernetzungsmöglichkeiten an der Hochschule und einen möglichen „Care Leaver Status“, welcher mit besonderen Rechten und Pflichten verbunden sein könnte, angelehnt an den Status der Behinderung.

Vor allem das Thema der Sensibilisierung für die Gruppe der Care Leaver war in allen Bereichen immer wieder relevant. Viele Hochschulen bieten schon Angebote an, die auch Teile des Bedarfs abdecken, aber es braucht an vielen Stellen genauere Informationen und Sensibilität um Care Leavern aus ihrer individuellen Bittsteller*innenposition herauszuhelfen. Hier muss auch in der Kinder- und Jugendhilfe angesetzt werden, um die Hochschule als Option für den weiteren Lebensweg deutlicher sichtbar zu machen.

Ein nächster Fachtag ist am 25.02.2021 geplant. Falls Du oder Sie daran interessiert sind, weitere Fragen haben oder mehr dazu erfahren wollen, können Du und Sie uns gerne direkt an carehope@uni-hildesheim.de eine E-Mailschreiben.

Die Universität Hildesheim möchte auf diesem Wege mit gutem Beispiel voran gehen und befindet sich im Entwicklungsprozess. Über aktuelle Entwicklungen und neue Schritte werden wir an dieser Stelle bald informieren.

Internationaler Care Leaver Workshop zum Thema "Care Leaver an Hochschulen"

ExChange and Support – International workshop on careleavers perspectives in higher education

Vom 10.11.-12.11.2019 trafen sich Careleaver*innen und Fachkräfte aus sechs verschiedenen europäischen Ländern zum Workshop „ExChange and Support – International perspectives on careleavers in higher education“ an der Universität Hildesheim. Dabei stand vor allem der Austausch über die strukturellen Barrieren für Careleaver*innen auf dem Weg an die Hochschule und an der Hochschule selbst im Mittelpunkt des internationalen Vergleichs.

Nach einem gemeinsamen Kennenlernen wurde am ersten Nachmittag das deutsche Jugendhilfe- und Bildungssystem vorgestellt und die besonderen Hürden für Careleaver*innen erläutert. Der zweite Tag begann mit der Vorstellung der Systeme in England, Irland, Spanien, Polen und Tschechien. Um ein umfassendes Verständnis der Hürden aber auch der best-practice Beispiele in den jeweiligen Ländern zu erlangen wurde in Kleingruppen mit jeweils drei Ländern rege diskutiert und erste Forderungen entworfen. Am Nachmittag folgte dann ein kreativer Teil, um die Forderungen sichtbar zu machen. Im Rahmen dessen entstanden ein Erklärvideo, ein Quiz und Fußabdrücke mit länderübergreifenden Forderungen. Um diese Ergebnisse vorzustellen stand am letzten Vormittag ein Besuch in einer Vorlesung an der Universität Hildesheim an. Hier konnte sowohl auf das Thema Careleaver*innen an Hochschulen aufmerksam gemacht werden, als auch die Ergebnisse präsentiert. Nach einem letzten Feedbackgespräch und einem Essen in der Mensa der Uni ging es dann für alle wieder zurück nach Hause.

Im Workshop zeigte sich, dass die meisten strukturellen Hürden länderübergreifend bestehen. Besonders die Studienfinanzierung zeigte sich in nahezu allen Ländern problematisch. Auch die fehlende Anerkennung des besonderen Unterstützungsbedarfs beim Studieren ohne elterliche Unterstützung konnte als Schwachstelle in den meisten Ländern ausgemacht werden. In beiden Punkten konnte lediglich England mit bereits einigen guten Herangehensweisen wie beispielsweise einem „Careleaver Status“ an der Hochschule vorangehen. Dieser ermöglicht unter anderem die bevorzugte Vergabe eines Wohnheimplatzes, aber auch eine vereinfachte Beantragung finanzieller Unterstützung ohne Angaben über die Eltern machen zu müssen. Die Systeme aller teilnehmenden Länder scheinen bisher auf Studierende ausgelegt zu sein, welche von ihren Eltern im Studium unterstützt werden. Ebenso zeigte sich, dass in allen Ländern junge Menschen aus der Jugendhilfe, die an die Hochschule gehen unterrepräsentiert sind. Der Fokus der Jugendhilfe lag in den meisten Fällen eher auf dem finden einer Ausbildung oder eines anderen bezahlten Jobs. Besonders im Bereich der Stipendien zeigte sich, dass es in anderen Ländern bereits vielversprechende Ansätze gibt, Careleaver*innen spezielle Stipendien zur Verfügung zu stellen.

Mit dem Wissen über die Defizite, aber auch über die gelungenen Ansätze und vor allem den gemeinsam formulierten Forderungen werden wir nun weiter arbeiten.